Kann man die IG Metall mit einem Spot viral machen?

   Man kann. Auch in Serie…

So fing alles an…

Die Traditionsgewerkschaft IG Metall hatte lange Zeit nicht den Ruf, medial als besonders innovativ oder up to date aufzufallen. Im Vorfeld der Bundestagswahlen 2009 und 2013 wollte man das ändern: es sollten Spots produziert werden, die zum Wählen motivieren und dabei viral funktionieren. Viral hätte jeder gern, denkt man da erstmal und Wahlmotivationsspot – das Format ist eigentlich ein klassischer medialer Abtörner. Man denkt da schnell an moralinsaure Promi-Statements oder bieder imitierte Jugendsprache. Aber es geht auch anders…

2009

Das Konzept 

Wir konzipierten und realisierten für die IG Metall eine der ersten personalisierten Videokampagnen in Deutschland. In einem fiktiven Online-Nachrichtenspot wurde verkündet, dass ein bestimmter Nichtwähler für den katastrophalen Wahlausgang (Mehrheit der FDP!!!) verantwortlich ist. In der ganzen Republik wächst nun der Zorn der Bevölkerung auf den Nichtwähler. Wer dieser Nichtwähler ist – das konnte der Nutzer selbst bestimmen und das personifizierte Video dann an Freunde und Bekannte verschicken.

Wir schrieben das Skript und produzierten das Video, auch die komplette Technologie rund um die Personalisierung wurde von movingimage entwickelt und realisiert. Als Vorbild diente die Kampagne “Move on” aus den USA, in der für Barack Obama in ähnlicher Form geworben wurde.

Überwältigender Erfolg: Mehr als 1,3 Mio. Aufrufe

Der Auftritt wurde weder beworben noch in Zeitungen publik gemacht. Allein die Machart des Videos in Kombination mit der technologischen Neuheit der Personalisierung sorgte für den viralen Effekt. Nach einer Woche verzeichnete die Kampagnenseite bereits 1,3 Millionen Zugriffe, insgesamt wurde der Viralspot über 2,5 Millionen mal von Usern an Bekannte weitergeleitet. Ein überwältigender Erfolg für die IG Metall und für uns.

2013

Die nächste Bundestagswahl, der nächste Anlauf:

Die IG Metall kam im Vorfeld der Wahl wieder auf uns zu, um einen (natürlich) Viralspot in Auftrag zu geben. Der Wahlkampf wirkte in dieser Phase vor allem lähmend. Das kollektive Gefühl war irgendwie: Merkel gewinnt eh und Steinbrück verliert. Als Mittel gegen die drohende Wahlmüdigkeit wollte die IG Metall einen frischen Spot. Dabei sollten diesmal auch gezielt jüngere Wähler angesprochen werden. Ein leichtes Image-Update für die über 60-jährige Gewerkschaft war natürlich auch willkommen.

In langen und intensiven Kreativmeetings haben wir uns die Köpfe heiß gemacht und kamen schließlich auf eine zündende Idee: Wir liefern der YouTube-Generation einen Wahlspot, der ihre Sprache spricht. Wir konzipierten und realisierten einen Supercut aus YouTube Snippets. Bekannte und außergewöhnliche YouTube-Bilder werden hier ironisch umgewertet und erzählen im neuen Kontext: es ist noch nichts entschieden! Alles kann passieren! Die Bilder schreien mit maximal humoristischer Wirkung: Hier geht es um was! Diese Wahl ist ein Event, und Du bist dabei!

Die haben das Internet verstanden“

YouTube Kommentar

Hit im Netz: Alle Erwartungen wurden übertroffen

2 Millionen YouTube-Views in drei Wochen, tausendfache Postings auf Facebook und ein breites Medienecho, vom Spiegel, über Horizont, W&V bis hin zur Bild und der Süddeutschen. Eine Woche nach Veröffentlichung brachte der britische Guardian sogar eine eigens auf englisch untertitelte Fassung auf seine Website und die Briten kamen zur überraschenden Erkenntnis: „The Germans have Humor!“

Der Viralspot wird bis heute als originellster und effektivster Beitrag zum Thema „Wählen gehen“ gehandelt und brachte der IG Metall eine positive Resonanz, die alle Erwartungen übertroffen hat.